Manuali Linguistici – Dispositivi sperimentali

Work in Progres

2017 bis 2018 setzte ich mich mit dem Zeitalter des Faschismus und dem
italiensichen «Impero» auseinander. Die Materialien der Recherche bilden
nun die Basis meiner künstlerischen Auseiandersetzung. Daraus soll eine
multimediale, modulare und flexible künstlerische Installation erarbeitet wer-
den, die sich in unterschiedliche Raum- und Kontextverhältnissen
präsentieren lässt. Die entstehenden Werke sind ursprünglich im Kontext der
kolonialen Vergangenheit und dessen Kritik verortet.
Meine Arbeit geht von der Annahme aus: sind Faschismus, Imperialismus und
Kolonialismus ein ideelles Konstrukt, das durch kulturelle, architektonische
und wissenschaftliche Artefakte «erfolgreich» in die Gesellschaft implemen-
tiert werden konnte, liegt die Vermutung nahe, dass das gleiche Konstrukt
durch ebensolche Erzeugnisse aufgearbeitet und dekonstruiert werden kann.
In der aktuellen Zeit, wo Populismus und Rassismus Solidarität zersetzen,
Menschenrechte aushöhlen und an Europas Fundamenten nagen, ist eine
Untersuchung, Benennung und Sichtbarmachung der faschistischen Diskur-
se, der «Dispositive», um es mit Michel Foucault zu sagen, unverzichtbar.
Mein Vorhaben schreibt sich somit in einen aktuellen Diskurs ein. Die Aufar-
beitung der kolonialen Vergangenheit ist in Italien und in Europas Mitglieder-
staaten in Forschung, Literatur, Architektur und in der Kulturwissenschaft sehr
präsent. In der Installation Manuali Linguistici – Dispositivi sperimentali gehe
ich mehrstimmig den Fragen nach: durch welche Artefakte, Text- und Bild-
diskurse entstehen Alterität und Begehren und wie und über welche Ka-
näle werden diese vermittelt. Diese Fragen bilden bei der Sichtbarmach-
ung und den künstlerischen Produktionen meine zentrale inhaltliche Leit-
planke.
Neben Ausstellungen in Kunsträumen im In- und Ausland strebe ich die
Zusammenarbeit mit ethnologischen und anthropologischen Museen an.

Download: Dossier Manuali lingustici (6,3 MB)